Power Hiking im Trailrunning: Die Kunst des Gehens, um schneller zu werden
Von Lena — übersetzt aus einem Artikel von Charly Caubaut Veröffentlicht am 05/05/2026 um 08h35 Lesezeit : 10 minutes
Gehen, ist das Schummeln? Lass mich dir eine Geschichte erzählen...
Wir haben uns alle schon einmal die Frage gestellt, oder? Am Fuße einer Wand, die den Himmel zu berühren scheint, mit kurzem Atem und brennenden Oberschenkeln, flüstert diese kleine Stimme: „Komm schon, geh ein bisschen, niemand sieht dich.“ Jahrelang dachte ich, wie viele Läufer, dass Gehen beim Trailrunning ein Eingeständnis von Schwäche sei. Ein Zeichen dafür, dass das Training nicht ausgereicht hatte. Bis zu dem Tag, an dem ich bei einem besonders anspruchsvollen Ultra in den Alpen die Führenden des Rennens sah... wie sie gingen. Aber nicht irgendwie. Sie bewegten sich mit einer Kraft, einer Entschlossenheit und einer Effizienz, die mich sprachlos machte. Das war kein Erholungsgehen. Es war eine Waffe. An diesem Tag entdeckte ich das Power Hiking.
Hallo, ich bin Charly! Als ehemaliger Triathlet habe ich Tausende von Stunden auf Trails und Straßen verbracht, um Ausrüstung zu testen, meine Technik zu verfeinern und vor allem aus meinen Fehlern zu lernen. Und der größte Fehler war, die Kraft des Gehens beim Trailrunning zu unterschätzen. Heute möchte ich mit dir teilen, was zu einem der Grundpfeiler meiner Leistung und meiner Freude in den Bergen geworden ist. Vergiss das Ego, vergiss die Vorurteile. Power Hiking bedeutet nicht, auf das Laufen zu verzichten, sondern die Intelligenz zu wählen, um weiter, höher und oft... schneller zu kommen. Also, zieh deine Schuhe an, wir machen uns auf, diese subtile Kunst zu entdecken, die deine Bergtouren verändern wird. Bereit?
Was ist Power Hiking? Weit mehr als nur einfaches Gehen!
Wenn du dir Power Hiking wie einen Sonntagsspaziergang im Wald vorstellst, liegst du völlig falsch. Es ist genau das Gegenteil. Es handelt sich um eine aktive, intensive und unglaublich effiziente Fortbewegungstechnik, die speziell für das steile Gelände entwickelt wurde, das wir Trailrunner so sehr lieben.
Definition: Die Kunst des aktiven und bewussten Gehens
Power Hiking, oder kraftvolles Gehen, ist eine schnelle und dynamische Gehtechnik, die bei steilen Anstiegen im Trailrunning eingesetzt wird. Das Ziel ist nicht, sich auszuruhen, sondern eine hohe Vorwärtsgeschwindigkeit beizubehalten und dabei weniger Energie zu verbrauchen als beim Laufen. Es ist eine bewusste, engagierte Bewegung, bei der jeder Teil des Körpers beteiligt ist: die Beine natürlich, aber auch der Rumpf, die Arme und sogar der Geist. Es ist der Unterschied, ob man die Steigung erleidet oder sie mit Strategie angreift.
Warum gehen, wenn man laufen kann? Die Wissenschaft der Energieeinsparung
Hier kommen wir zum Kern des Themas. Warum sollte ein Spitzensportler, der auf flachem Gelände in irrsinnigem Tempo laufen kann, sich dafür entscheiden zu gehen? Die Antwort ist einfach: Effizienz. Biomechanische Studien, wie jene, die in der Vergangenheit zur menschlichen Fortbewegung durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass ab einer bestimmten Steigung die Energiekosten des Laufens die des Gehens übersteigen. Konkret bedeutet das, dass dein Körper bei gleicher Geschwindigkeit in einer sehr steilen Steigung viel mehr Kalorien und Sauerstoff verbrennt, wenn du läufst, anstatt effizient zu gehen.
Es gibt eine Schwelle, einen Wendepunkt, der für jeden Läufer individuell ist, an dem der Laufschritt zu einem ineffizienten Sprung gegen die Schwerkraft wird. Indem du zum Power Hiking übergehst, verringerst du den Aufprall auf den Boden, beanspruchst deine Muskeln anders (Hallo Gesäßmuskeln!) und hältst vor allem deine Herzfrequenz in einem nachhaltigeren Bereich. Du sparst Energie für die flacheren Abschnitte und die Abstiege. Das ist reines Belastungsmanagement, der Schlüssel zum Erfolg auf langen Strecken.
Die Profis machen es, warum nicht auch du?
Wenn du immer noch Zweifel hast, schau dir die Eliteläufer an. Legenden wie Kilian Jornet, François D’Haene oder Courtney Dauwalter sind absolute Meister des Power Hikings. Beobachte sie bei Rennen: In den härtesten Anstiegen des UTMB oder des Hardrock 100 laufen sie nicht. Sie gehen. Aber mit einer Trittfrequenz und einer Kraft, die es ihnen ermöglicht, 99 % der Läufer abzuhängen, die sich damit abmühen, zu traben. Sie haben verstanden, dass Trailrunning kein reiner Geschwindigkeitswettlauf ist, sondern ein Schachspiel gegen den Berg, die Distanz und sich selbst. Das Power Hiking ist ihre Schlüssel-Figur. Wenn es für sie gut genug ist, glaub mir, ist es auch für uns gut genug!
Wann sollte man die Waffe des Power Hikings ziehen?
Gehen zu können ist gut. Zu wissen, WANN man gehen sollte, ist noch besser. Power Hiking ist keine Wunderlösung, die man beliebig einsetzt. Es ist ein strategisches Werkzeug, das zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden muss. Hier sind die Situationen, in denen du ohne zu zögern deinen Laufschritt einpacken und deinen Krieger-Gang auspacken solltest.
Faktor Nr. 1: Die Steigung
Das ist das offensichtlichste Kriterium. Je steiler die Steigung, desto interessanter wird das Power Hiking. Es gibt keinen universellen magischen Prozentsatz, da dies von deiner Form, deiner Technik und der Länge des Anstiegs abhängt. Die meisten Trailrunner sind sich jedoch einig, dass ab einer Steigung von 15-20 % das Gehen mechanisch und energetisch effizienter wird als das Laufen. Der beste Indikator? Dein Gefühl. Wenn du merkst, dass du dich verrenken musst, um zu laufen, dein Schritt so kurz wird, dass er zu einem kostspieligen Trippeln wird und dein Herz rast, ohne dass deine Geschwindigkeit wirklich zunimmt... dann ist es Zeit zu gehen.
Die Dauer der Belastung: Sein Energiekapital beim Ultra verwalten
Bei einem kurzen Trail von 10 oder 20 km kannst du es dir vielleicht leisten, alles zu laufen (und selbst dann!). Aber sobald du dich an längere Distanzen wagst – Marathon, 80 km und erst recht ein Ultra – wird Power Hiking nicht mehr zur Option, sondern zur Pflicht. Jeder Laufschritt erzeugt einen Aufprall, der deine Muskeln und Gelenke ermüdet. In den steilsten Anstiegen zu gehen, selbst am Anfang des Rennens, wenn du dich frisch fühlst, ist, als würdest du Geld auf die Seite legen. Du schonst deine Muskelfasern, begrenzt den Schaden und bewahrst das wertvolle Glykogen, das du nach stundenlanger Anstrengung dringend benötigen wirst. Denke langfristig: Jeder gegangene Anstieg ist eine Investition, um stark ins Ziel zu kommen.
Technisches Gelände: Stabilität und Sicherheit gehen vor
Der Berg ist keine Tartanbahn. Wege voller Wurzeln, instabile Geröllfelder, schlammige und rutschige Passagen... Unter diesen Bedingungen ist der Versuch, um jeden Preis zu laufen, nicht nur ineffizient, sondern auch gefährlich. Power Hiking ermöglicht es dir, den Fuß sicherer und kontrollierter aufzusetzen. Du kannst deine Tritte besser wählen, das Gleichgewicht halten und das Risiko eines Sturzes oder einer Knöchelverstauchung drastisch reduzieren. Sicherheit geht immer vor, und ein verstauchter Knöchel bedeutet das sichere Ende des Rennens.
Die Höhe: Wenn der Sauerstoff knapp wird
Sobald du über 2000 oder 2500 Meter kommst, macht sich der Sauerstoffmangel bemerkbar. Dein Körper hat Mühe, die Muskeln zu versorgen, und die geringste Anstrengung bringt dich in den roten Bereich. In diesem Kontext ist Power Hiking dein bester Freund. Es ermöglicht dir, in einem guten Tempo voranzukommen und gleichzeitig deine Anstrengung in einer aeroben Intensität zu halten, wodurch Kurzatmigkeit und Höhenkrankheit begrenzt werden. In der Höhe zahlen sich Demut und Intelligenz immer aus.
Die perfekte Technik des Power Hikers: Meine praktischen Goldstücke
Nachdem wir das Warum und Wann geklärt haben, kommen wir zum Wie. Denn Power Hiking ist eine echte Technik, die man trainieren muss. Vergiss das schlaffe Gehen mit gesenktem Kopf. Wir wollen Kraft und Effizienz erreichen. Hier sind meine praktischen Goldstücke, getestet und bewährt auf Hunderten von Kilometern Höhenunterschied.
Die Haltung: Das Geheimnis liegt im Becken
Alles geht von der Körpermitte aus. Der häufigste Fehler ist, sich in der Taille zu beugen, was das Zwerchfell zusammendrückt und eine korrekte Atmung verhindert. Stattdessen solltest du:
- Dich aus den Hüften nach vorne beugen, nicht aus dem Rücken. Stell dir ein Scharnier auf Höhe deines Beckens vor.
- Den Rücken so gerade wie möglich halten. Denke daran, deine Wirbelsäule zu strecken, als ob ein Faden deinen Kopf nach oben zum Himmel zieht.
- Deine Bauchmuskeln anspannen. Ein angespannter Rumpf sorgt für die Kraftübertragung zwischen Ober- und Unterkörper und schützt deine Lendenwirbelsäule.
Diese Haltung öffnet deinen Brustkorb für eine tiefe Atmung und ermöglicht es deinen starken Gesäßmuskeln, in Aktion zu treten.
Die Beinarbeit: Frequenz und Kraft
Beim Power Hiking suchen wir nicht die Schrittlänge, sondern die Effizienz. Man muss den richtigen Kompromiss zwischen Frequenz und Kraft finden.
- Mache kürzere und schnellere Schritte als beim normalen Gehen. Dies hilft, eine gute Trittfrequenz beizubehalten und jeden Schritt weniger zu „erleiden“.
- Setze den Fuß so flach wie möglich auf, um die Kontaktfläche und die Stabilität zu maximieren.
- Konzentriere dich auf den Abdruck. Die Bewegung muss von hinten kommen. Drücke dich kräftig vom Standbein ab, indem du bewusst die Wade und vor allem den Gesäßmuskel anspannst. Das ist der Hauptmotor!
Die Kunst, die Arme einzusetzen (mit und ohne Stöcke)
Deine Arme sind nicht nur zum Balancieren da! Sie sind eine zusätzliche Antriebsquelle. Es gibt zwei Schulen, je nachdem, ob du Stöcke verwendest oder nicht.
Ohne Stöcke: Die Hände auf den Oberschenkeln
Das ist die einfachste und instinktivste Technik. Wenn die Steigung ernsthaft zunimmt, lege deine Hände knapp über die Knie, die Finger nach innen. Bei jedem Schritt drücke aktiv auf deinen Oberschenkel, um dem Bein beim Aufstieg zu helfen. Es ist, als ob du die Kraft deiner Arme zu der deiner Quadrizeps hinzufügst. Diese Technik entlastet die Beine enorm, und du kannst sogar abwechseln (rechte Hand auf linken Oberschenkel und umgekehrt), um eine natürliche Pendelbewegung zu erzeugen.
Mit Stöcken: Deine besten Verbündeten in den Bergen
Ah, die Stöcke... wenn man sie einmal ausprobiert hat, kann man kaum noch ohne! Sie verwandeln dein Gehen in eine Ganzkörperaktivität und geben dir das Gefühl, einen Allradantrieb zu haben.
- Die Grundtechnik (abwechselnd): Das ist die natürlichste. Du bewegst den rechten Stock gleichzeitig mit dem linken Fuß vorwärts und umgekehrt. Drücke kräftig auf den Stock, um dich nach vorne und oben zu schieben. Der Stock sollte für einen effizienten Abdruck leicht hinter deinem Standfuß aufgesetzt werden.
- Der Doppelstockschub: In sehr steilen Passagen oder um ein Hindernis zu überwinden, kannst du beide Stöcke gleichzeitig vor dir aufsetzen und dich mit der Kraft deiner Arme, deines Rückens und deiner Brustmuskeln hochziehen. Das ist ein echter Kraftschub.
- Die richtige Einstellung: Stelle sicher, dass deine Stöcke die richtige Länge haben. Bergauf neigt man dazu, sie etwas zu verkürzen, um einen besseren Abdruck zu erzielen. Dein Ellbogen sollte einen Winkel von etwa 90 Grad oder etwas enger bilden.
Blick und Atmung: Hoch blicken und tief atmen
Zwei letzte Details, die keine sind. Erstens, heb den Kopf! Starre nicht auf deine Füße. Schau 5 bis 10 Meter voraus, um das Gelände zu antizipieren, die beste Linie zu wählen und eine offene Haltung beizubehalten. Mental ist es viel motivierender, den zurückgelegten Weg zu sehen, als nur die unmittelbare Schwierigkeit. Zweitens, atme. Synchronisiere deine Atmung mit deinen Schritten. Zum Beispiel, atme über zwei Schritte ein, über zwei Schritte aus. Finde deinen Rhythmus. Ziele auf eine tiefe Bauchatmung ab, anstatt einer kurzen und abgehackten Brustatmung. Das verbessert die Sauerstoffversorgung und hilft, ruhig und konzentriert zu bleiben.
Wie trainiert man gezielt Power Hiking?
Power Hiking ist nicht angeboren. Wie Schwimmen oder Radfahren ist es eine Fähigkeit, die sich mit der Übung entwickelt. Du kannst nicht erwarten, am Wettkampftag effizient zu sein, wenn du es nie im Training geübt hast. Also, an die Arbeit!
Spezielle Einheiten in deinen Plan integrieren
Gehe nicht nur, wenn du müde bist. Plane echte Power-Hiking-Einheiten. Suche dir einen schönen Anstieg in deiner Nähe, möglichst lang und steil, und mache Wiederholungen. Das Ziel ist es, die Technik bei einer kontrollierten Herzfrequenz (Zone 2-3) zu trainieren, aber auch intensivere Intervalle zu machen, bei denen du bis zur Schwelle (Zone 4) gehst. Zum Beispiel:
- Ausdauereinheit: 4 bis 6 Wiederholungen von 10 Minuten durchgehendem Power Hiking bergauf, wobei du dich auf Haltung und Atmung konzentrierst. Erholung beim Abstieg.
- Schwelleneinheit: 5 Wiederholungen von 5 Minuten Power Hiking bergauf bei einer Intensität, bei der du kaum sprechen kannst.
Diese Einheiten verbessern nicht nur deine Technik, sondern stärken auch gezielt die beanspruchten Muskeln. Um dieses Thema zu vertiefen, empfehle ich dir einen Blick in unseren Leitfaden zum Thema technische Anstiege im Trailrunning meistern, der eine hervorragende Ergänzung ist.
Muskelkräftigung: Einen starken Motor aufbauen
Um ein guter „Power Hiker“ zu sein, braucht man Kraft. Ein gezieltes Krafttraining wird Wunder wirken. Du musst nicht stundenlang im Fitnessstudio verbringen, 2 Einheiten von 20-30 Minuten pro Woche können ausreichen. Konzentriere dich auf:
- Die hintere Muskelkette: Kniebeugen, Ausfallschritte, gestrecktes Kreuzheben (Deadlifts), Hip Thrusts. Das sind deine Hauptmotoren, die Gesäßmuskeln und die ischiocrurale Muskulatur.
- Die Waden: Wadenheben (Calf Raises).
- Rumpfstabilität: Planke (vorne, seitlich), Mountain Climbers. Für eine optimale Kraftübertragung.
- Der Oberkörper (wenn du Stöcke benutzt): Rudern (Rowing), Liegestütze, Dips. Um Kraft in Armen und Rücken zu haben.
Grundlagenausdauer im Wander-Lauf-Modus
Der lange Lauf am Wochenende ist das ideale Spielfeld zum Üben. Anstatt dich zu zwingen, alles zu laufen, verfolge eine Wander-Lauf-Strategie: Laufe auf flachen und leicht abschüssigen Strecken und wechsle in den Power-Hiking-Modus, sobald die Steigung zunimmt. Das ist die perfekte Simulation von Wettkampfbedingungen. Du lernst, die Übergänge zwischen Gehen und Laufen zu managen, die entscheidend sind, um den Rhythmus nicht zu „brechen“.
Das Training auf dem Laufband: Intensität und Steigung kontrollieren
Wohnst du in der Stadt oder in einer flachen Region? Keine Panik! Das Laufband ist ein fantastisches Werkzeug. Du kannst die Steigung und die Geschwindigkeit mit chirurgischer Präzision einstellen. Stelle das Laufband auf eine Steigung von 15 % oder mehr und gehe in einem guten Tempo. Es ist eine mental anstrengende, aber unglaublich effektive Übung, um die richtigen Muskeln und das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Du kannst deine Hügeleinheiten drinnen nachbilden, ohne dich um das Wetter oder die Dunkelheit zu kümmern.
Die Ausrüstung, die für den Power Hiker den Unterschied macht
Wenn die Technik König ist, kann die richtige Ausrüstung dir das gewisse Extra geben, das die Anstrengung erleichtert und die Effizienz verbessert. Wenig überraschend werden wir über drei Schlüsselelemente sprechen.
Die Stöcke: Seine Leidensgenossen auswählen
Es ist das wichtigste Accessoire des Power Hikers. Die richtige Wahl der Stöcke ist entscheidend. Hier sind die Kriterien, auf die du achten solltest:
- Einteilig oder faltbar/teleskopisch? Einteilige Stöcke sind leichter und robuster, aber weniger praktisch zu transportieren. Faltbare Stöcke (meistens 3-teilig) sind die Wahl der meisten Trailrunner, da sie sich leicht am Rucksack verstauen lassen.
- Carbon oder Aluminium? Carbon ist leichter und absorbiert Vibrationen besser, ist aber teurer und zerbrechlicher. Aluminium ist etwas schwerer, aber sehr widerstandsfähig und erschwinglicher.
- Der Griff und die Schlaufe: Ein Griff aus Kork oder Schaumstoff ist bequemer als einer aus Kunststoff. Die Schlaufe (oder der Handschuh) ist entscheidend: Sie muss einen guten Halt und einen effizienten Abdruck ermöglichen, ohne den Griff ständig fest umklammern zu müssen.
Die Schuhe: Grip und Stabilität sind das A und O
In steilen Anstiegen lastet das gesamte Körpergewicht auf einer kleinen Fläche. Ein gutes Paar Trailrunning-Schuhe ist daher nicht verhandelbar. Suche vor allem eine Sohle mit hervorragendem Grip (tiefe und gut verteilte Stollen), um bei jedem Abdruck nicht nach hinten zu rutschen. Ein guter Halt des Fußes ist ebenfalls wichtig für die Stabilität auf technischem Gelände.
Der Trinkrucksack: Zugänglichkeit ist der Schlüssel
Wenn du mitten in der Anstrengung eines Anstiegs bist, ist das Letzte, was du tun willst, anzuhalten, um deinen Rucksack abzunehmen und eine Flasche oder einen Riegel zu suchen. Dein Rucksack sollte deine Kommandozentrale sein. Stelle sicher, dass Flüssigkeit, Nahrung und die Aufbewahrung deiner Stöcke (wenn du dich für faltbare entscheidest) leicht zugänglich sind, ohne anhalten zu müssen. Ein Köcher oder Befestigungen an den Schultergurten sind sehr praktische Systeme für die Stöcke.
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- Thermoregulierung: Hält deine Arme warm, ohne zu überhitzen.
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🎯 Ideal für: Trailrunner und Radfahrer, die eine flexible Lösung suchen, um Temperaturänderungen bei langen Touren mit Höhenunterschieden zu bewältigen.
🛒 EKOI Perf Seamless Armlinge auf Ekoi entdeckenHäufige Fehler, die beim Power Hiking zu vermeiden sind
Man lernt viel durch Übung, aber man kann Zeit sparen, indem man die Fehler anderer vermeidet! Ich habe am Anfang einige gemacht, also hier eine kleine Zusammenfassung für dich.
Sich krümmen: Der Zwerchfell-Killer
Ich habe es schon gesagt, aber ich wiederhole es, weil es der Fehler Nummer eins ist. Wenn die Müdigkeit einsetzt, neigt man dazu, zusammenzusacken, den Rücken zu krümmen. Das ist ein Reflex. Kämpfe dagegen an! Richte dich auf, öffne deine Schultern, denke „stolz und groß“. Deine Atmung und deine Lendenwirbelsäule werden es dir danken.
Zu große Schritte machen: Erschöpfung garantiert
Man hat den Eindruck, dass man mit großen Schritten schneller vorankommt. Das ist eine Illusion. Große Schritte bergauf sind sehr energieaufwändig, sie belasten die Quadrizeps enorm und brechen den Rhythmus. Besser ist eine höhere Schrittfrequenz mit kürzeren Schritten. Denke an das „Mühlrad“ wie Radfahrer in den Bergen.
Die Stöcke zu weit vorne aufsetzen: Eine Bremse für den Vortrieb
Wenn du deine Stöcke zu weit vor deinen Füßen aufsetzt, musst du dich daran hochziehen, anstatt dich abzustoßen. Das ist kontraproduktiv. Der Stock sollte auf Höhe deiner Ferse oder sogar leicht dahinter landen, damit die Hauptbewegung ein Stoß nach hinten ist, der dich nach vorne treibt.
Warten, bis man erschöpft ist, um mit dem Gehen zu beginnen
Die schlechteste aller Strategien! Wenn du wartest, bis du im roten Bereich bist, mit verkrampften Beinen und einem Puls von 180, um dich zum Gehen zu entscheiden, ist es bereits zu spät. Das Gehen wird dann zu einer erzwungenen Erholung und nicht zu einer effizienten Fortbewegungsstrategie. Power Hiking muss proaktiv sein. Antizipiere die Schwierigkeit der Steigung und wechsle in den Gehmodus, BEVOR du am Ende bist. Das ist das Zeichen eines intelligenten und erfahrenen Trailrunners.
So, jetzt hast du alle Karten in der Hand, um deine Art zu klettern zu verändern. Power Hiking ist keine einfache Lösung, es ist eine anspruchsvolle Technik, die Übung und Kraft erfordert. Aber ich garantiere dir, einmal gemeistert, wird sie dir auf jedem Terrain einen unglaublichen Vorteil verschaffen. Sie wird es dir ermöglichen, deine Anstrengung zu managen, einen klaren Kopf zu bewahren und vor allem noch mehr Freude an deinen Abenteuern in den Bergen zu haben. Also, schäme dich nicht mehr zu gehen. Im Gegenteil, sei stolz darauf, tue es mit Kraft und Absicht.
Du bist dran!
Eure Fragen zum Power Hiking
Ab welcher Steigung sollte man beim Trailrunning anfangen zu gehen?
Es gibt keine absolute Regel, da dies von deinem Fitnesslevel und der Distanz des Rennens abhängt. Die meisten Experten und erfahrenen Läufer sind sich jedoch einig, dass eine Steigung von über 15 % ein guter Indikator ist. Das Wichtigste ist, zum Gehen überzugehen, bevor du völlig erschöpft bist, wenn du spürst, dass Laufen weniger effizient und energieaufwändiger wird als schnelles Gehen.
Ist Power Hiking mit Stöcken wirklich effizienter?
Ja, ohne jeden Zweifel. Der Einsatz von Stöcken verwandelt das Power Hiking in eine Ganzkörperübung. Sie ermöglichen es, die Anstrengung zwischen den Beinen und dem Oberkörper (Arme, Schultern, Rücken) zu verteilen, was die Muskeln der unteren Gliedmaßen entlastet und die allgemeine Ermüdung reduziert. Außerdem verbessern sie die Stabilität und den Vortrieb, was dich insgesamt schneller und energieeffizienter bei langen Anstiegen macht.
Wie kann ich Power Hiking trainieren, wenn ich keine Berge in der Nähe habe?
Das ist eine häufige Herausforderung, aber durchaus zu bewältigen! Benutze ein Laufband und stelle die Steigung auf das Maximum ein (15 % oder mehr). Die Treppen eines Stadions, eines hohen Gebäudes oder sogar Tribünen sind ebenfalls ausgezeichnete Werkzeuge. Du kannst auch nach Brücken, Parkhäusern oder kurzen Hügeln suchen und dort Wiederholungen machen. Gezieltes Krafttraining (Gesäß, Quadrizeps, Waden) ist ebenfalls entscheidend, um die notwendige Kraft zu entwickeln.
Wird das Gehen beim Trailrunning nicht meine Endzeit ruinieren?
Im Gegenteil, es ist eine der besten Strategien, um sie zu verbessern, besonders auf langen Strecken! Indem du in steilen Anstiegen effizient und strategisch gehst, sparst du wertvolle Energie. Diese Energie steht dir dann zur Verfügung, um auf flachen oder abfallenden Abschnitten schneller und länger zu laufen, insbesondere am Ende des Rennens, wo viele Läufer einbrechen, weil sie sich in den Anstiegen verausgabt haben. Es ist eine Berechnung der Gesamteffizienz.